Faszinierende Vivian Maier

Foto von Pete LaMotte auf flickr von 2017. (License terms)

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Diese Geschichte zu Vivian Maier lässt mich einfach nicht mehr los. Als ich im Mai das erste Mal im Street Photography Buch „Der Atem der Straße“, von ihr lass und sie zwischen vielen anderen bekannten Größen des Genres auftauchte, blieb sie für mich noch unentdeckt. In dem Kapitel ging es um Inspiration, welche für mich schon immer die Begierde befeuerte, solche Fotos selbst zu erschaffen. Einzigartig Momente und Lichtstimmung in mitten der städtischen Alltagswelt einzufangen und das ggf. auch als Zeitzeugnis historisch wertvoll, das ist mein Antrieb!

Tage später beim Abklappern der vorgestellten Fotografen Websites, blieb ich dann hängen, auf der Vivian Maier Seite von John Maloof, einem der Entdecker und Betreiber.

Hier kam einfach alles zusammen: historisch wertvoll (1950-1990), tolle menschliche Momente, eine fantastische Bildgestaltung bzw. Look und alles analog in einer unglaublich guten Auflösung und Qualität. Dann startete meine Recherche mit dem Schauen von unzähligen Videos, den Film von John Maloof und dem Lesen von diversen Artikeln. Den ganzen Sommer bis heute musste ich immer wieder darüber nachdenken bzw. philosophieren. 😉

Also wer wie ich, bis vor kurzem noch nie von Vivian Maier gehört hat, hier meine kurze Zusammenfassung:

Vivian Dorothy Maier 1926 in NYC geboren und 2009 in Chicago gestorben, war seit 1955 als Kindermädchen bzw. als Haushälterin tätig. Von dieser Zeit an fotografierte sie fast täglich, das Leben in NYC, Chicago und den Vororten. Street Photography in reinster Form. Mehr als 100.000 Fotos sind dabei auf Film entstanden! Sie nutzte die Möglichkeit des Fotografierens bei der Arbeit, also der Kinderbetreuung und in der Freizeit. Sie als Amateurin bewegt sich dabei auf höchstem Niveau. Sie profitierte wie andere Fotografen mit Sicherheit auch davon, dass zu dieser Zeit Fotografie noch etwas besonders war. Leute ließen sich mitunter gern fotografieren bzw. mussten nicht damit rechnen sofort im Internet veröffentlicht zu werden. Ganz im Gegenteil dazu, zeigte sie niemanden ihre Aufnahmen, auch keine sonstigen Veröffentlichungen. Es gibt nur eine kleine Ausnahme. Man kann nur spekulieren welche Gründe sie dafür hatte.

In Jahr 2009 erwirbt John Maloof eine große Kiste mit Negativen auf einer Auktion. Er suchte als Hobby-Historiker nach Fotos für ein Buchprojekt über einen Stadtteil von Chicago. Für sein eigentliches Projekt waren die Fotos nicht geeignet, allerdings veröffentlichte er auf flickr erste eigene Scans. Das Feedback war riesig und überwältigend. So trat er auch in Kontakt mit Fotografen und Kennern des Genres. Nachdem klar war wie wertvoll und einzigartig diese Fotos sind, nimmt die Sache Fahrt auf und wurde professionell fortgeführt. Es folgten Ausstellungen, Reportagen, Veröffentlichungen als Fotobücher, Verkauf von Prints, sowie eine Kinofilm Reportage. John Maloof machte ehemalige Arbeitgeber ausfindig und recherchierte. Dabei werden viele weitere Negative, Filmrollen, Videos und weitere interessante gesammelte Dinge entdeckt. Auch zwei weitere Besitzer von Negativen wurden ausfindig gemacht.

Bei dem für mich neuen und inspirierenden Fotografen Andre Mey, habe ich gesehen, das er bei einem Workshop auch mit Fotos von Vivian konfrontiert wurde. So auch mit dem Fotograf Christian Ahrens, den ich neulich durch kwerfeldein kennenlernen durfte, sprach mich bei einem intensiven Gespräch auf Vivian an. Das Titelfoto von Pete LaMotte zeigt ein Kunstwerk von Eduardo Kobra in Chicago. Beide wissen ganz offensichtlich genauso ihr Schaffen zu schätzen. Die vielen Ausstellungen zeigen einfach die große Beliebtheit. Für mich eine große Bestätigung für Vivian aber auch für Street Photography im Allgemeinen! Witziger Weise, vor ein paar Tagen wurde mir „zufällig“ ein Video von Frederik Trovatten vorgeschlagen, in dem er mit seiner neuen Rolleiflex im Vivian Maier Style Fotos macht. Auch er ist begeistert und soweit gesehen auch spät auf sie aufmerksam geworden. Ihm folge ich allerdings schon eine ganze Weile, da er witzig und unkompliziert das Thema Street Photography repräsentiert.

Heute ganz frisch, habe ich im englischen Wikipedia Artikel gelesen, dass ein deutsches Buch von Nadja Köffler existiert. Muss ich gleich mal im sehr guten deutschen Artikel einfließen lassen und mir näher anschauen. 😉

Vor ein paar Wochen habe ich John Maloof angeschrieben, um ihn Respekt für seine großartige Arbeit zu zollen und um ihn Fragen zu stellen, mit der sehr kleinen Hoffnung wirklich eine Antwort zu erhalten.

Ganz allgemein schrieb ich ihm, dass ich vermute sein Leben hat sich seit der Entdeckung vor ca. 10 Jahren in eine ganz andere Richtung entwickelt. Es ist wahrscheinlich und sehr schnell sein Hauptjob geworden usw. Dazu kamen noch diese teils persönlichen Fragen:

  1. Was ist aus den noch 700 Stück Farbfilmen Ektachrome 35mm geworden?
    1. Ich bin wirklich sehr interessiert an Fotos aus den 80er oder 90er Jahren.
    2. Sind die Filme immer noch im Foto-Kühlschrank?
    3. Es wäre schön dazu eine neue Ausstellung oder Fotobuch zu sehen.
  2. Haben sich Personen bei dir gemeldet, welche auf den Fotos zu sehen sind (abgesehen von den französischen Kindern und Erwachsenen)?
  3. Bist du weiterhin glücklich mit deinem Job als Verwalter/Besitzer von Vivian Maiers Vermächtnis und das dein Job und Leben sich in diese Richtung verändert hat?
    1. Hast du eine eigene Familie gegründet und ist dein Job auch hier auf die ganze Familie verteilt?
    2. Was war deine eigentlich Jobperspektive bzw. Plan?
  4. Hast du selbst mit Street Photography angefangen oder mit anderen Fotothemen? (Die Frage hat sich erübrigt, da ich heute auf seinem flickr Account, eigene Street Fotos gesehen habe. Diese allerdings nur von 2009.)
  5. Gibt es Pläne für ein permanentes Vivian Maier Museum oder Ausstellung?
  6. Gibt es Pläne für ein Buch, über die vielen Dinge, die sie gesammelt hat?
  7. Sind neue Ausstellungen geplant bzw. gab es Verschiebungen speziell in Europa?

Von Vivian selbst hätte ich natürlich gern mehr gewusst, z.B. zu ihrer Herangehensweise und Motivation. Ihre eigene analoge Fotoentwicklung, aber auch zu Geschichten und Erlebnisse ihren Reisen wären sicher auch spannend. Und erst Ihre Meinung oder Erfahrungen mit digitaler Fotografie wären bestimmt aufschlussreich. War sie überhaupt noch interessiert an Fotografie in ihren letzten Lebensjahren?

Die alles entscheidende Frage überhaupt, wäre natürlich ob sie mit der Veröffentlichung einverstanden gewesen wäre. Ich schrieb in meiner Mail an John Maloof, dass ich vermute sie wäre letztendlich glücklich gewesen. Ein Indiz dazu ist für mich, eine Briefkorrespondenz mit einem Fotolabor aus dem Ursprungsort ihrer Mutter in Frankreich. Der Fotolaborant verwendete ihre lokalen Fotos für Postkarten und ihr schmeichelte es. Des Weiteren wollte sie weiterhin mit ihm im Geschäft bleiben. 

Eine andere und kontrovers diskutierte Frage ist die Auswahl, Entwicklung und der Beschnitt der Fotos. Nur der Künstler/Fotograf entscheidet für sich, welches der Print Kandidat ist bzw. der Favorit. Das kann sich jeder selbst vor Augen führen, wenn er an seine Fotobibliothek denkt und sich vorstellt, jemand daraus postum Veröffentlichungen macht. 

Übrigens habe ich den BBC Dokumentarfilm „Who Took Nanny’s Pictures?“ noch nicht gesehen, da er nirgendwo verfügbar ist. Vielleicht hat jemand einen Tipp, oder ich schreibe mal die Regisseurin an. 😉 Ich besitze die zwei letzten beiden veröffentlichen Bildbände, welche mir große Freude bereiten. Vor allem das Buch „VIVIAN MAIER: A PHOTOGRAPHER FOUND“ ist sehr gut gebunden, schön groß und auf gutem Papier gedruckt. 

Dies ist mein erster Blogpost ohne eigene Fotos, in zwei Sprachen und den ich weiter aktuell halten möchte… Puh!

Was verbindet ihr mit der Fotografie von Vivian Maier? Ihr könnt jetzt auch die freigeschaltete Kommentarfunktion nutzen. 🙂

// English version here. //

Fascinating Vivian Maier

The Story about Vivian Maier is just don’t let me go. In May I read the first time in the German Street Photography book „Der Atem der Straße“ about her. Together with all the other famous photographer described in the book, I overlooked Vivian in the beginning. This chapter was about inspiration and this is what I always used, to push up my desire and create my own photos. Capture unique moments and fantastic mood light situations in the middle of the city everyday life, sometimes with a historic value on top. That is my motivation.

Days after reading this book chapter, I visited the web pages of the listed photographers and I stoped on the page of Vivian Maier from John Maloof, the discoverer and the maintainer.

Here went all great things together, the historic value (1950-1990), the great human moments, a fantastic artwork and look. This all for sure analog and in a great resolution and quality. Immediately I started my research with reading of related articles and watching videos and the film from John Maloof. The whole summer until today, I was thinking and philosophizing about this story. 😉

If you have not heard about Vivian Maier like me in May, here is my short summary.

Vivian Dorothy Maier born in NYC 1926 and died in Chicago 2009, was working as a housekeeper and nanny from 1955 to 199x. In this time range she was taking photos more or less every day. From the life of the streets in NYC, Chicago and there suburbia. Street Photography in the finest grade. More than 100.000 photos are created on film. 

During her daily work time as a nanny, she was able to take photos in between. Even in her free time of course. As a non-professional was her level comparable (in my opinion higher) with famous known photographers of this time. I think, like all the these photographers, she was taking benefit from the fact, a photography was something special. People were happy to be noticed and photographed. No worries about direct publishing on the Internet. The straight opposite is Vivian Maier anyway. She showed nobody her pictures, neither any publications. There is just a small exception, with some postcard pictures from France periphery. We can just speculate about her reasons and intentions.

In 2009 John Maloof was buying a big box full of negatives on an auction. He as an hobby historian was searching for photos from a district of Chicago, to use it for a book project. The photos were useless for his actual project, but he was publishing some first self scanned images on flickr. The feedback was big and stunning. After that he was going in contact with photographers and experts off this genre. At this point it was clear, these remarkable photos are unique and valuable. Now the corker of a story was gathering speed and becomes professional. Followed by exhibitions, video reports, magazine and news paper articles, selling of print copies and a cine film. John Maloof was starting additional research and found formerly employer. With this he found a lot more negatives, film roles, videos, audio tapes and much more interesting stuff. In addition two other owner of Vivian Maier negatives were are discovered.

Newly I discovered the inspiring photographer Andre Mey for me, and I read a blog post from him about a Street Photography workshop. Here the students were are confronted with pictures from Vivian. In addition another for me new photographer Christian Ahrens, which I meet the first time on a kwerfeldein presentation evening, was talking to me about Vivian. Even the blog post head picture from Pete LaMotte is showing an artwork of Eduardo Kobra in Chicago. Obviously both are appreciating her work as well. The amount of exhibitions show also the big fascination. This all proofs the lifework of Vivian Maier and also in general for the Street Photography. Some days ago, I got a YouTube recommendation from a subscription of Frederik Trovatten. In this video he was speaking about, how to take photos like Vivian Maier. The funny thing was, he photoshopped a picture of him self in the start picture. Now it’s removed and there is just the original. Maybe someone was not amused… Anyway I am following Frederic for a year I think. He is funny and is presenting in an uncomplicated manner the Street Photography topic.

Today and brand new, I saw in the English Wikipedia article, a reference to a German book from Nadja Köffler. I have to check this in more detail and will add it to the German article as well.

Some weeks ago, I wrote John Maloof an email, to thank him for his great work and to ask some questions which are not covered by his FAQ. It was clear for me, to have just a very small chance for a reply. Yep and there was no reply until today. In general I wrote him,  that I would expect, his life changed in different direction after the discovery 1o years ago.  In addition I assume to work on the Vivian Maier topics becomes quickly his main job. Here are the question from my email:

  1. Whats about the remaining 700 rolls of color Ektachrome 35mm film?
    1. I am really interested on pictures of the eighties or even nineteens. 
    2. Are they still in the fridge?
    3. I would be happy with a new book or exhibition.
  2. Have some people visible on the photos, contact you (except the French people)?
  3. Are you still happy to have the job as keeper, of a part of the Vivian liability and that your life/job changed in this direction?
    1. Have you founded a family and is your job the main focus for the whole family?
    2. What was your actual job perspective or plan?
  4. Have you also started to photograph people on the streets or other topics? (Solved, because he published own street photos on flickr in 2009)
  5. Plans for a permanent Vivian Maier museum or exhibition?
  6. Plans for a book with all the other collective things from Vivian.
  7. Are there new exhibition planned or shifted in Europe?

It would be nice to have the option to ask also Vivian Maier directly. I would ask, about her approach and motivation. Her own analog development or story’s about the big world journeys. Her own opinion about digital photography would be interesting as well. Was she still interested on photography during her last years?

The top question would be about the publication and her agreement. I wrote also in the mail to John, I guess she would be happy finally. For me there is this one evidence. The laboratory worker from the copy shop in the hometown of her mother in France, created postcards from her negatives and she appreciated this. In addition, her plan was to keep a business relationship with this guy.

Another controversial question is for the selection, development and the crop of the photos. Usually, only the artist is electing a favorite or a print master. If you think about your own picture library and someone else is just publishing any posthumously, this is not ok usually.

By the way, I have not watched yet the BBC documentation movie „Who Took Nanny’s Pictures?“, because it’s nowhere available. Maybe someone has a hint for me, or I will try to contact the film director. I own the last two published books, which are very exciting. Especially the book „VIVIAN MAIER: A PHOTOGRAPHER FOUND“ is very well bonded, in a big size and printed on a very well paper.

This is my first blogpost without own photos and in two languages. I will also keep it updated. 

What’s your opinion on Vivian Maiers photography?

Don’t judge so hard on my Englisch, I am working on it. BTW even on my German… 

Paris im Juni 2019

Wie versprochen präsentiere ich diesen Monat meine Paris Fotos vom Juni 2019.

Diesmal hatte ich eine einwöchige Schulung bei meinem Arbeitgeber in der Stadt der Liebe. Da bin ich doch gern dabei. 😉

Vor zwei Wochen wäre ich eigentlich auch das erste mal mit meiner eigenen Familie in Paris gewesen, aber leider hat Corona das verhindert. Passend dazu, kann ich eine ARTE Reportage zu menschenleeren Metropolen empfehlen. Meine Fotos stimmen mich immerhin fröhlich und die Hoffnung ist groß, dass das Leben in die Städte zurück kommt. In Köln fühlt es sich auf jeden Fall schon gut an. Ich bin ja Optimist und somit voller Hoffnung! Passend dazu mein Titelbild: La confiance = die Zuversicht

Wie immer war die Fotoflut bei einer Woche gewaltig, aber gestern habe ich einen Tag intensiv genutzt um mit den Fotos voranzukommen. Vor Ort mache ich einfach zu viele Fotos, was sich zu Hause dann rächt. Vielleicht sollte ich für Street Photography auf analog umschwenken, da hält sich die Auswahl dann in Grenzen. Der Fotograf Peter Bongard hat es auf die Spitze getrieben und ist mit seiner analogen Rolleiflex Kamera und nur einem 12er Film, drei Tage in Paris gewesen. Konzentration auf das Wesentliche… 

Nun ja, es nützt nichts. Wenn ich schon so viele Fotos aus Paris habe, muss ich irgendwann auch mal abliefern, sonst hätte ich mir den Spaß auch schenken können.

Das Beste was man machen kann, ist sich gute Mucke einschalten und einfach loslegen. Passender Weise startete ich hierfür meinen alten und coolen Webradiosender frequence3.com live aus Paris. Gespielt wurde auch gleich mal „The Weeknd – Blinding Lights“ und später noch Mr. Vain von Culture Beat. Das stimmte sehr gut ein. Diesen werbe- und nachrichtenfreien Sender höre ich schon seit fast 20 Jahren, mal mehr mal weniger. Das ist old school Internet Streaming in reinster Form wie ich es liebe. Wer benötigt schon Spotify und Co.

Diesmal hielt ich mich in bereits besuchten Gebieten auf z.B. in Clichy, aber auch in der Gegend des Pantheon und Notre Dame. Überall tummelten sich so viele Menschen auf den Straßen, oder saßen vor/in Bars oder Cafés. Rund um Montmartre konnte ich wieder schöne Momente fotografisch festhalten. Eine wahre Freude… und das Beste, die Leute waren entspannt und ließen sich fotografieren. In Deutschland hätte es vielleicht Diskussionen gegeben, so wie neulich in Köln. 😉

Des Weiteren beschloss ich den Eiffelturm vom Hochhaus Montparnasse zu fotografieren, nachdem es beim letzten Mal vom Lafayette nicht möglich war. Stative waren erfreulicher Weise auf der Aussichtsplattform erlaubt, allerdings sollte man auch rechtzeitig da sein. Ansonsten kann es schwierig werden zum Sonnenuntergang seinen Fotoplatz zu finden. Einige Fotofreunde hatte cleverer Weise eine Fotoklemme dabei, die sie einfach an der Scheibe befestigten lässt. Ja so eine Klemme habe ich auch, aber natürlich nicht dabei. Beim nächsten Mal… 😉

Eine Tradition bei meinen Städte Trips ist es, die Öffnungszeiten der U-Bahn zu unterschätzen. Egal ob in Barcelona, Berlin oder Paris, irgendwann ist einfach Feierabend! An einem Tag ist es spät geworden und ich konnte noch die S-Bahn nehmen, allerdings war der Zielbahnhof eine Baustelle und ich verpasste die letzte direkte U-Bahn. Leichtsinnig schätze ich die Entfernung als fußläufig ein, aber daraus wurde dann eine Stunde Nachtwanderung. Letztendlich hatte es sich aber gelohnt und die Fotos sind heute fertig für die Veröffentlichung. 

Viel Spaß beim Schauen und Kritik ist wie immer gern gesehen!

Analog Street Photography – Köln Südstadt

Zu Weihnachten machte mir meine Frau ein fantastisches Geschenk. Eine Anmeldung zum VHS Workshop: „Dunkelkammer Film- und Fotoentwicklung“. Der Wahnsinn, denn das hatte ich mir wirklich schon immer gewünscht! Ich kann mich noch an alte Agentenfilme erinnern, wo immer mal wieder in einer provisorischen Dunkelkammer und Rotlicht, die Fotos von den Bösewichten im Entwicklerbad entstanden. Das nenne ich auch gern mal den romantischen Teil der Fotoentwicklung. 😉 Somit benötigte ich also belichtete Filme um diese dann zu entwickeln oder fertige Negative um Abzüge zu erstellen.
Ein schöner Anlass mal wieder mit der Analogkamera loszuziehen. Die Kölner Südstadt fühlt sich für mich immer noch unentdeckt an, da ich mich hier einfach zu selten herum treibe. Also stand der Ort schonmal fest. Ein Wochenende vor dem Corona Lockdown bin ich am Samstag Nachmittag gestartet, bei tollem Licht und einer scheinbar vierenfreien Welt. 😉

Am Anfang kam ich nicht so richtig in Fahrt aber je tiefer es in die Südstadt ging, um so lockerer wurde ich. Ich sprach zwei Fahrrad Fahrer vor einem Geschäft an, um sie zu fotografieren. Und siehe da, sie fotografieren auch und dies auch noch analog bzw. digital mit alten manuellen und adaptierten Objektiven aus analogen Zeiten.

In der Nähe eines Cafés am Chlodwigplatz fotografierte ich das Treiben und wurde diesmal selbst angesprochen. Warum ich hier fotografiere und von welchem Verlag/Zeitung ich wäre. Hmm, in diesem Moment war ich kurz irritiert aber nachsichtig. Das Foto sollte gelöscht werden. Ich erklärte das ich eine Filmkamera nutze und ich das Foto nicht veröffentlichen werde. Nun ja, damit muss man vernünftig umgehen und somit bleibt das Foto im Archiv. Ich sollte mir mal eine kurze und knackige Überzeugungsstrategie zurecht legen um es wenigsten zu versuchen. Vielleicht auch eine Visitenkarte inkl. Link zu einer Erklärung+Entschuldigung+Chance auf die Fotos. Da muss ich nochmal darüber nachdenken, ob dies sinnvoll sein kann. 😉

Später pacten zwei Schwalbe Fahrer an mir vorbei und als ich dies realisierte, war die Chance für ein Foto auch schon vorbei. Ich folgte immerhin ihrer Richtung und landete vor einem Plattenladen. Das passt doch perfekt zum analogen Lifestyle…
So kam ich noch mit weiteren Personen und dem Ladenbesitzer ins Gespräch. Alle ließen sich mehr oder weniger zu Fotos überreden. Während eines Gesprächs vor dem Laden, tauchten auf einmal die Schwalbe Fahrer wieder auf! Sie wollten eine Platte abholen. Ich sprach sie direkt auf ein kleines Shooting an. Sie stimmten zu und ich musste schleunigst den Film wechseln.

Für Gesprächsstoff musste ich nicht lange überlegen. Schwalbe, Schallplatten und analoge Fotografie füllten die Unterhaltungen. Ich hatte sie nicht nach ihrem Alter gefragt, aber schätze sie auf Anfang 20. Somit war es ist nicht selbstverständlich sich über solche Themen zu unterhalten. Ich bin schon Jungendlichen begegnet, die noch nie von Filmfotografie gehört hatten.
Mit dem Shooting war der Film schon wieder halb voll und ich machte mich auf dem Heimweg, um hier noch das ein oder andere Foto zu machen.

Beim darauf folgenden und bisher letzten Teil des Workshops, konnte ich leider nur einen Film entwickeln. Es benötigt doch einiges an Geschick und Erfahrung, dieses Handwerk zu erlernen und zu praktizieren. Mit einiger Hilfe hing der Film nach der Entwicklung, dann schlussendlich in einem Filmtrocknerschrank. Beim nächsten Mal möchte ich gern Abzüge davon machen. Da ich nicht bis zum nächsten Teil des Kurses warten wollte, habe ich alle anderen Filme zur Entwicklung im Kontrastlabor Köln abgegeben. Somit seht ihr jetzt online meine selbst gescannten Favoriten.
Viel Spaß und sendet mir gern auch Kritik.

Spontanes Street Fotoshooting in Köln

Mittwochabend vor Fronleichnam bin ich für Street Fotografie durch die Kölner Innenstadt geschlendert (Fotos demnächst online) aber dennoch zielstrebig in Richtung Kaufhof Parkhaus. Vor kurzem hatte ich inspirierende und schöne Fotos von einem Fotokollegen hierzu gesehen und war vor Jahren auch schon mal dort ganz oben. Hier hat man einen tollen Blick über die Häuserdächer hin zum Dom. Eigentlich sind es sogar zwei Parkhäuser. Auf einer der obersten Etagen ist sonst auch ein Beach Club beheimatet.

Oben angekommen habe ich die Stille genutzt um ein paar stimmungsvolle Fotos vom Dom und vom Parkdeck selbst zu machen. Nach ca. 20 Minuten hatte ich auf einmal Gesellschaft. Da fotografierten sich zwei Teenager gegenseitig mit Handy. Nichts besonderes also, aber coole Location ausgesucht. Ich hatte erstmal mein Ding so weiter gemacht, da ich allerdings schon durch war mit meinen 1000 Fotos von allen möglichen Winkeln und Variationen, beschloß ich sie einfach anzusprechen für ein spontanes Shooting. Denn Menschen zu fotografieren sei es als Street Art Style oder als Porträt ist für mich sehr aufregend und herausfordernd.

So ging es von gleich auf jetzt auch schon los und ich mitten drin als Hobbyfotograf. Da ist es von großem Vorteil, wenn man auf umfangreiche Routine zurückgreifen kann. Das ist bei mir natürlich nicht der Fall, allerdings bin ich auch kein Anfänger. 😉 So ging es dann Foto für Foto immer besser von der Hand und wir alle wurden lockerer, schließlich mussten wir uns erstmal kennenlernen. Ein Punkt der mir sehr wichtig ist. In solchen Situation muss dies dann direkt passieren.

Zu meiner Ausrüstung, welche für eine angepasste Corona Street Photography gedacht war, zählte leider nur ein Zoomobjektiv (27-83mm KB). Sonst würde ich hierfür eine lichtstarke Festbrennweite 50mm oder 85mm einsetzen. Immerhin deckte mein Zoom den Brennweitenbereich ab und ich versuchte einfach möglichst in diesem Teilbereich zu bleiben. Im Nachhinein gesehen wäre ein Aufhellblitz oder Reflektor sinnvoll gewesen.

Ich glaube wir haben so 30 Minuten fotografiert und nochmal so lange gequatscht. So konnte ich die Beiden noch besser kennen lernen. Beide spielen im selben Fußballverein, haben schon klare Vorstellungen für ihre berufliche Zukunft und sind einfach gute Kumpels bzw. Freunde. Ich schätze beide auch viel älter ein als sie sind, nämlich 16 Jahre jung… Ja die Beiden haben noch viel vor sich und haben noch alle Möglichkeiten. So weit ich das einschätzen kann, sind sie mit ihrer positiven Einstellung auf dem richtigen Weg. Danke euch zwei, dass ich euch kennenlernen und fotografieren durfte!

Übrigens, ist dies bereits mein drittes aufeinander folgendes spontanes Shooting im Zusammenhang mit Street Photography dieses Jahr in Köln. Eins kurz vor Corona rein analog in der Kölner Südstadt und das Zweite an der Hohenzollern Brücke am Gründonnerstag. Ich werde demnächst auf meinem Blog berichten und veröffentlichen. 

Des Weiteren bin ich mir inzwischen sicher, dass dies auch eine Möglichkeit ist, Shootings jeder Zeit ohne Termine einfach umzusetzen. Ich sehe ständig Menschen überall, die sich gegenseitig fotografieren und dazu posieren. Ich würde mal tippen in 30% der Fälle würden sich die Menschen auf ein spontanes Shooting einlassen. 

Paris im Mai 2019

Vor einem Jahr war ich mal wieder dienstlich für einen Workshop in Paris. Um die Sache rund zu machen blieb ich privat noch einen Tag länger. Bis zur letzten Sekunde also der Abfahrt des Zuges reizte ich dieses aus. Ich musste zum Schluß wirklich sehr schnell laufen!

An den Workshop Tagen war ich am Abend, eigentlich auch zu nichts mehr zu gebrauchen. Den ganzen Tag in einem fensterlosen Besprechungsraum über neue Technologien zu beraten und zu planen schlaucht schon ziemlich. 

Aber der Reihe nach…
Bei der Hotelankunft am Abend in Paris, war der Sonnenuntergang im vollen Gange und beim Blick aus meinem Hotelzimmer strahlte Sacré-Cœur im wunderschönen roten Licht.

Blick aus meinem Hotelzimmer bei der Ankunft

Also direkt nochmal mit der Kamera los zum Arc De Triumph. Natürlich war der Sonnenuntergang dann schon vorbei, allerdings ließ ich es mir nicht nehmen den Torbogen zu besteigen und den Eiffelturm im Dunkeln zu fotografieren. Somit bin ich gleich am nächsten Tag erneut zum Triumphbogen, um diesmal die goldene Stunde abzupassen.

Weitere Ziele in diesen Tagen waren:

  • Pont de Bir-Hakeim Brücke —> der Film Inception hatte mich neugierig gemacht
  • die Pariser Freiheitsstatue —> die Erste, also quasi das Original
  • das Louvre —> die Glas-Pyramiden ziehen mich magisch an —> das nächste Mal gehe ich auch hinein
  • die Aussichtsplattform des Kaufhauses Lafayette —> war leider geschlossen, aber das Kaufhaus ist auch so einen Besuch wert
  • und natürlich wieder der Eiffelturm.

Nachmittags sieht man zuhauf die Pariser mit Baguette durch die Straßen ziehen. Hin und wieder wird auch direkt auf der Straße, einfach mal abgebissen. 😉 Leider ist mir kein schönes Foto hierzu gelungen. Hier fehlte mir mal wieder ein wenig die Dreistigkeit, dies einfach von Angesicht zu Angesicht zu tun. Letztendlich muss man es einfach machen und sich einreden, man fotografiert etwas ganz anderes… oder Augenkontakt vermeiden. Danach einfach lächeln ist eigentlich auch meine Masche. 😉

Extrem auffällig und allgegenwärtig zu dieser Zeit waren die Elektroroller oder eScooter in den Straßen von Paris. Das war komplett neu für mich. 2017 war davon noch nichts zu sehen und in Köln im Mai 2019 auch nicht. Oft behinderten diese Roller einfach nur den Weg und nervten. 

Unterwegs war ich „nur“ mit meiner wunderbaren Fuji X100F Kamera und einem Ministativ, einfach um ganz unbeschwert durch die Stadt der Liebe zu schlendern.

BTW: Meinen Kollegen beim Workshop, entgegnete ich im Übrigen direkt mit dem Satz: „It’s always a pleasure to be in Paris.“ 😉
So kam es dann auch, dass ich einen Monat später und diesmal für eine Woche erneut in Paris sein durfte. Davon gibt es im Juni Fotos zu sehen, versprochen!

Bild

Hello again, Barcelona!

Ende Januar war ich wie auch schon 2018 auf der Cisco Live in Barcelona. Ich reiste diesmal schon am Freitag an, um das ganze Wochenende für Street Photography zu nutzen. Yeah!

Dabei hatte ich nur meine kleine feine Fuji X100F Kamera mit fester 23mm Brennweite (35mm KB). Somit konnte ich mich frei und leicht durch die Stadt treiben lassen. Das Wetter war wieder frühlingshaft schön.

Natürlich sind wieder viel zu viele Fotos entstanden und dadurch die Auswahl bis heute andauerte. In der jetzigen Auswahl sind es immer noch über 100 Bilder, aber weiter wollte ich einfach nicht reduzieren.

Viel Spaß beim Schauen!
fopti.de Galerie (50% Auflösung) + meine flickr Galerie (volle Auflösung) weiter unten…

Barcelona 2019

→ volle Auflösung + CC Lizenz zu freien Verfügung (bei Namensnennung fopti.de)