Analog Street Photography – Köln Südstadt

Zu Weihnachten machte mir meine Frau ein fantastisches Geschenk. Eine Anmeldung zum VHS Workshop: „Dunkelkammer Film- und Fotoentwicklung“. Der Wahnsinn, denn das hatte ich mir wirklich schon immer gewünscht! Ich kann mich noch an alte Agentenfilme erinnern, wo immer mal wieder in einer provisorischen Dunkelkammer und Rotlicht, die Fotos von den Bösewichten im Entwicklerbad entstanden. Das nenne ich auch gern mal den romantischen Teil der Fotoentwicklung. 😉 Somit benötigte ich also belichtete Filme um diese dann zu entwickeln oder fertige Negative um Abzüge zu erstellen.
Ein schöner Anlass mal wieder mit der Analogkamera loszuziehen. Die Kölner Südstadt fühlt sich für mich immer noch unentdeckt an, da ich mich hier einfach zu selten herum treibe. Also stand der Ort schonmal fest. Ein Wochenende vor dem Corona Lockdown bin ich am Samstag Nachmittag gestartet, bei tollem Licht und einer scheinbar vierenfreien Welt. 😉

Am Anfang kam ich nicht so richtig in Fahrt aber je tiefer es in die Südstadt ging, um so lockerer wurde ich. Ich sprach zwei Fahrrad Fahrer vor einem Geschäft an, um sie zu fotografieren. Und siehe da, sie fotografieren auch und dies auch noch analog bzw. digital mit alten manuellen und adaptierten Objektiven aus analogen Zeiten.

In der Nähe eines Cafés am Chlodwigplatz fotografierte ich das Treiben und wurde diesmal selbst angesprochen. Warum ich hier fotografiere und von welchem Verlag/Zeitung ich wäre. Hmm, in diesem Moment war ich kurz irritiert aber nachsichtig. Das Foto sollte gelöscht werden. Ich erklärte das ich eine Filmkamera nutze und ich das Foto nicht veröffentlichen werde. Nun ja, damit muss man vernünftig umgehen und somit bleibt das Foto im Archiv. Ich sollte mir mal eine kurze und knackige Überzeugungsstrategie zurecht legen um es wenigsten zu versuchen. Vielleicht auch eine Visitenkarte inkl. Link zu einer Erklärung+Entschuldigung+Chance auf die Fotos. Da muss ich nochmal darüber nachdenken, ob dies sinnvoll sein kann. 😉

Später pacten zwei Schwalbe Fahrer an mir vorbei und als ich dies realisierte, war die Chance für ein Foto auch schon vorbei. Ich folgte immerhin ihrer Richtung und landete vor einem Plattenladen. Das passt doch perfekt zum analogen Lifestyle…
So kam ich noch mit weiteren Personen und dem Ladenbesitzer ins Gespräch. Alle ließen sich mehr oder weniger zu Fotos überreden. Während eines Gesprächs vor dem Laden, tauchten auf einmal die Schwalbe Fahrer wieder auf! Sie wollten eine Platte abholen. Ich sprach sie direkt auf ein kleines Shooting an. Sie stimmten zu und ich musste schleunigst den Film wechseln.

Für Gesprächsstoff musste ich nicht lange überlegen. Schwalbe, Schallplatten und analoge Fotografie füllten die Unterhaltungen. Ich hatte sie nicht nach ihrem Alter gefragt, aber schätze sie auf Anfang 20. Somit war es ist nicht selbstverständlich sich über solche Themen zu unterhalten. Ich bin schon Jungendlichen begegnet, die noch nie von Filmfotografie gehört hatten.
Mit dem Shooting war der Film schon wieder halb voll und ich machte mich auf dem Heimweg, um hier noch das ein oder andere Foto zu machen.

Beim darauf folgenden und bisher letzten Teil des Workshops, konnte ich leider nur einen Film entwickeln. Es benötigt doch einiges an Geschick und Erfahrung, dieses Handwerk zu erlernen und zu praktizieren. Mit einiger Hilfe hing der Film nach der Entwicklung, dann schlussendlich in einem Filmtrocknerschrank. Beim nächsten Mal möchte ich gern Abzüge davon machen. Da ich nicht bis zum nächsten Teil des Kurses warten wollte, habe ich alle anderen Filme zur Entwicklung im Kontrastlabor Köln abgegeben. Somit seht ihr jetzt online meine selbst gescannten Favoriten.
Viel Spaß und sendet mir gern auch Kritik.

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Barcelona – Frühling im Winter

Ende Januar besuchte ich dienstlich die Cisco Live 2018 in Barcelona. Im Dezember als sich die Möglichkeit abzeichnete, dachte ich noch das ein Besuch im Winter nicht so toll sein würde. Glücklicherweise lag ich deutlich daneben, was der Wetterbericht zwei Tage zuvor auch schon andeutete. Sonne pur und ca. 16°C fast durchgängig.

Ich reiste einen Tag vorher am Sonntag an und landete gegen 12 Uhr auf dem Flughafen Barcelona-El Prat und zwar standesgemäß zum Touchdown mit Freddie Mercury und seinem Song Barcelona. (Bei meinen Vorbereitungen schaute ich die entsprechende WDR Sendung Wunderschön, welche auch mit diesem Song startete. Sonst wäre ich nicht auf diese Idee gekommen…)

Von Anfang an war ich durch das schöne Wetter in guter Laune und die wunderschöne Stadt tat ihr übriges um mich direkt in sie zu verlieben. Vor allem die Lage am Meer, die Prachtstraßen mit ihren fantastischen Häusern überall, die entspannten Leute und erst recht die Gaudi Sehenswürdigkeiten verteilt über die ganze Stadt. Rückblickend kann ich nur sagen, einfach traumhaft!
Um mich herum konnte ich auch immer wieder Menschen bei Fotoshootings beobachten, was mich nicht davon abhielt, ebenfalls ein paar Fotos von ihnen zu machen.

Ich reiste mit sehr leichtem Handgepäck. Zu meiner Ausrüstung gehörten meine neue Fuji X-T20 mit 27mm (40mm KB) f2.8 Pancake Objektiv, eine analoge Minolta Hi-Matic mit festem 38mm f2.7 Objektiv und einem kleinen Manfrotto Tischstativ.

 

Die ersten zwei Tage nutze ich ausschließlich die X-T20, welche ich direkt um den Hals trug und nichts weiter dabei hatte. Total befreiend so auf Stadtbesichtigung zu gehen! Ich musste mich allerdings an die Brennweite von 27mm gewöhnen.
Am letzten Fototag kam dann auch noch meine analoge Kamera zum Einsatz, da ich sie zum ersten mal nutzte, machte ich zur Sicherheit immer noch Fotos mit meinem iPhone. Und tatsächlich war der entwickelte Film überbelichtet, da ich vermutlich die falsche ISO Empfindlichkeit einstellte. Shit Happens…

Die Woche verging viel zu schnell und leider verbachte ich natürlich mehr Zeit auf dem Messegelände als in der Stadt und somit konnte ich mir nicht alles anschauen und fotografieren. Die Cisco Live kann ich jedem IT-lter empfehlen, der auch nur ansatzweise mit Netzwerktechnik zu tun hat. Ich hatte das Gefühl mehr Wissen mitzunehmen, als auf einer normalen Schulung und darüber hinaus top aktuell.

→ Barcelona ist ein Muß für alle die noch nicht da waren!

Da die Fuji X70 mir stets ein treuer Begleiter war und ich sie durch die X-T20 ersetze, hier die für mich wichtigsten Gründe für den Wechsel.

– 24MP statt 16MP
– komprimiertes RAW
– Sucher (bei starkem Sonnenlicht einfach unverzichtbar)
– ähnlich kleines und leichtes Gehäuse
– Die Möglichkeit diese Kamera als Zweitbody für Shootings einzusetzen.
– Cashback Aktion von Fuji

→ Die X70 fehlt mir aber trotzdem, da sie wirklich ultra kompakt in der Jackentasche verschwinden konnte.

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Ab sofort nur noch analoge Fotografie (unverzüglich)

In meinem Jena Urlaub ist mir endlich bewusst geworden, nicht weiterhin Zeit zu verschwenden beim Sichten und Entwickeln von unzähligen/inflationären Fotos. Bei der Aufnahme mit analoger Technik wird einfach alles entschleunigt und man nimmt sich einfach wieder bewusster mehr Zeit für die Bildgestaltung. Kein ständiges Schauen auf das Display und weiteres Probieren von weiteren Kamerawinkeln usw., eben einfach mehr Zeit zum Genießen haben. Allein das Film einlegen macht schon Spaß und erst recht die manuellen Einstellungen an der Kamera.

Die Vielfalt an alten Kameras und Objektiven ist so groß und günstig, dass man statt Wechselobjektiven einfach auch Wechselkameras hat. Ihr solltet euch auf jeden Fall mal den Spaß gönnen und euch selbst eine Meinung bilden. Der eine oder andere hat vielleicht noch eine alte Kamera im Keller oder auf dem Dachboden liegen…

Frohe Ostern!

–> Es ist doch tatsächlich jemand auf meinen Aprilscherz reingefallen. 🙂